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(durchgeführt 2005 von World of HipHop online)
Kreatives Beatboxing mit Entertainment Faktor against langweiliges Only Beatboxing verpackt in Feinster Technik. Nehmen wir doch von beidem etwas und voila hier ist das Interview zu dieser neuartigen Mischung.
WOHH-ONLINE: Was genau hat dich dazu gebracht Beatboxing zu betreiben?
Alberto: Ich habe einmal vor etwa 2 Jahren „ If Your Mother Only Knew“ von Rahzel gehört und ich dachte mir sofort: Das kommt gut an, das will ich auch so drauf haben! Aber es war nur dieses eine Stück von Rahzel! So ist das dann Stück für Stück entstanden.
WOHH-ONLINE: Es ist unüblich, dass jemand direkt mit Beatboxing anfängt. Viele gehen den Weg über das Rappen, wie war es bei dir?
Alberto: Entweder kann ich eine Sache, oder ich kann sie überhaupt nicht. Eigentlich hat mich zuerst Beatboxen gar nicht so interessiert, aber ich bin anscheinend in dem Bereich talentiert. Auf jeden Fall kommt es gut an. Ich habe von Anfang an das Beatboxen gemacht. Ich hatte eigentlich allgemein wenig mit Musik zu tun. Ich war aber damals schon kreativ und ein wenig durchgeknallt, so dass ich meine Kreativität und Faxen ins Beatboxen einbauen konnte.
WOHH-ONLINE: Irgendwann ist es sicherlich nicht mehr genug nur zu Beatboxen. Wie die Frage vorher verhält es sich jetzt gegenteilig. Leute wie Rahzel wollen als eigenständige Rapper beachtet werden, und nicht mehr als alleinige Beatboxer. Planst du etwas Ähnliches für die Zukunft?
Alberto: Ja, auf meiner Homepage präsentiere ich den Besuchern schon diverse Dinge. Ein bisschen Singen, Rappen oder ein paar andere Faxen. Zur Zeit arbeite ich grade daran eigene Beats zu erstellen, wer weiß -vielleicht kommt ja was gutes dabei raus. Am liebsten würde ich halt Producing und Beatboxing zusammenlegen. Es gibt in Hamburg, wo Beatboxing immer größer wird, viel kleine Talente, die ich gerne fördern würde, so dass man vielleicht irgendwann mal eine Legende wird.
WOHH-ONLINE: Worauf legst du wert, wenn du als Künstler auf Veranstaltungen gebucht wirst? Straighte Show, spontane Show, Entertainment Show?
Alberto: Auf jeden Fall die spontane
Show! Das kommt auch am besten an. Wenn das Publikum super drauf ist, dann bin
ich auch total locker. Wenn die Leute nicht mitmachen, dann ist man selbst auch
viel zu verkrampft. Die Anlage muss natürlich topp sein, da merkt man schnell
riesige Unterschiede. Die Anlage kann entscheidend sein, ob du als guter oder
als mieser Beatboxer ankommst. Aber aus Erfahrung, sag ich, dass ein Mix aus
Spontanität und Geplantem meist am besten ist.
WOHH-ONLINE: Hamburg war und ist einer der größten HipHop Hochburgen Deutschlands. Hat dich diese Tatsache eventuell weitergebracht?
Alberto: Eigentlich überhaupt nicht! Ich wohne etwas außerhalb von Hamburg und von den ganzen HipHop Leuten aus Hamburg hat mich keiner weiter gebracht, außer DJ Vlader, der mich immer mitgenommen hat. Ich freue mich aber auf jeden Fall über jedes Lob, vor allem von den hochkarätigeren Leuten aus der HipHop Szene. Die Leute sprechen mich an, weil sie mich im Fernsehen gesehen haben. Ich hätte als Kind nie gedacht, dass es mal soweit kommt. Ich finde es auf jeden Fall echt cool. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle die mich bisher supportet haben, und speziell an Vlader.
WOHH-ONLINE: Was machst du zurzeit
hauptberuflich?
Alberto: Ich gehe aktuell immer noch zur Schule. Wenn alles
klappt, will ich danach ab Februar 2006 als Polizist anfangen.
WOHH-ONLINE: Wie genau hast du Beatboxing erlernt? Ich stelle es mir sehr schwierig vor, die Techniken alleine zu erlernen? Was hältst du von Instruktion DVD’s á la BEATBOX.TV?
Alberto: Ich kannte beim Thema Beatboxing nur als einziges Stück von Rahzel „ If Your Mother Only Knew“, das war das erste, das ich geübt habe. Das hatte ich dann auch ziemlich schnell drauf! Aber indem ich mir selbst immer mehr beigebracht habe, ist mein Style auch ganz anders geworden. Es ist krass, dass viele Beatboxer ein originales Schlagzeug imitieren können, aber ich fahre mehr den Entertainment-Style. Z. B. mache ich einen Beat unter die Melodie von Tetris, dann wird es cool, dadurch habe Ich meinen ganz eigenen Style bekommen. Auf der Beatbox-Meisterschaft habe ich gemerkt, dass diesen Style außer mir keiner ausübt. Es ist cool angekommen, weil ich mich dadurch von den anderen abgehoben habe. Letztendlich habe Ich den Fizemeister-Titel geholt. Von solchen Videos und DVD’s wie Beatbox.TV, habe Ich noch keines gesehen, davon habe ich keine Ahnung.
WOHH-ONLINE: Wann hast du dein Talent für Beatboxing gefunden und ausgebaut?
Alberto: Vor etwas zwei bis zweieinhalb Jahren. Da habe ich erst aus Spaß in meiner Klasse einfach mal Beatboxen gemacht, und weil meine Mitschüler es so cool fanden, habe ich dann angefangen intensiver zu üben.
WOHH-ONLINE: Deutschland hat neben dir auch einige andere Beatboxer auszuweisen. Gibt es in Deutschland eine Beatbox Community, Plattform zum Austausch und wie ist der Kontakt zueinander?
Alberto: Ja, auf vielen Internetseiten gibt es eine feste Community, aber da bin ich eigentlich gar nicht zu finden. Mit Aras aus Hamburg mache ich manchmal was als „A-Team“, auch wenn wir hauptsächlich jeweils unser eigenes Ding fahren. Aber in Hamburg haut uns auf jeden Fall in dieser Form keiner weg, wenn wir zusammen auf der Bühne rocken.
WOHH-ONLINE: Leute wie Rahzel sagen, dass Sie sich andere Beatboxer gar nicht erst richtig anhören, damit ihr Stil nicht unbewusst dadurch beeinflusst wird. Wie sieht es bei dir aus? Lässt du dich von anderen Beatboxern wie Rahzel, Killa Kela, Scratch, Kenny Muhammad, Zlep, Eliot oder anderen inspirieren?
Alberto: Erst durch Aras habe ich ein paar Sachen von anderen Beatboxern gehört. Ich habe mir zwar nichts von denen abgeschaut, aber jetzt kann ich mich besser mit diesen vergleichen. Ich wusste zwar, dass ich bei den Leuten gut ankam, aber die hatten auch keinen Vergleich, weil es ja hier keinen anderen Beatboxer gab. Ich weiß jetzt besser, ob ich gut war oder nicht. Das Ganze gab mit sozusagen ein persönliches Feedback.
WOHH-ONLINE: An welche Gruppe richtest du dich mit deinem Beatboxing, und welche Musik Genres lässt du in dein Beatboxing einfließen?
Alberto: Ich kann einfach alles machen, das ist meine Spezialität! Ich versuche, nicht als Beatboxer zu denken, sondern als Consumer, zu sehen, was bei den Leuten ankommt. Ich glaube, mit der straighten HipHop-Schiene kommt man nicht weit. Von Techno über Schlager, Rock bis hin zu HipHop ist alles möglich.
WOHH-ONLINE: In den letzten Jahren haben vor allem Leute wie Justin Timberlake das „Beatboxing“(auch wenn es kein Vergleich zu einem wahren Beatbox Künstler ist) in den Medien populär gemacht. Siehst du in den Jahren, in denen du Beatboxing betreibst, eine Veränderung der Beatboxer selber bzw. die Resonanz auf dein Beatboxing?
Alberto: Es ist auf jeden Fall schon populärer geworden. Eventuell auch durch meine beinahe wöchentlichen Auftritte hier. Im Fernsehen war ich auch schon ein paar Mal. Die Leute finden es cool und wollen es dann auch machen. We will see. Man soll den Trubel genießen solange er anhält. Aber ich werd mich nicht nur auf meine Beatbox konzentrieren.
WOHH-ONLINE: Uns erreichen viele Anfragen, wie man bestmöglich mit dem Beatboxing starten kann. Kannst du auf diese Frage gezielt auf Beatboxneulingen eine Antwort geben?
Alberto: Oh sorry, ich bin eigentlich nicht so der Typ, der Ratschläge gibt! Ich mache es einfach so, ob es die Playstation oder das Skateboard ist, ich bin da ein Freak, entweder ich kann es oder ich kann es überhaupt nicht. Einfach üben, üben , üben und nicht von anderen lernen, sondern selber ausprobieren.
WOHH-ONLINE: Bist du als Beatboxer eigentlich noch in einer Lernphase, oder gibt es hier keinen Ausbauten mehr. Was wäre in dem Fall, das nächste Level?
Alberto: Eine Weile war ich mit mir ganz zufrieden, aber heute will ich immer besser werden, und vor allem sauberer. Auch meine alten Beats versuche ich immer wieder neuartig zu verbessern, anstatt sie „wegzuwerfen“. Ich bin nie mit mir zufrieden, ich will immer besser werden. Man lernt halt nie aus.
WOHH-ONLINE: Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?
Alberto: Ich würde mich selbst als Musicbox bezeichnen. Ich versuche eben, auch viele Lieder nachzumachen, die man in einer Musicbox findet. Außerdem versuche ich mich nicht auf eine Musikrichtung zu beschränken, sondern weiterhin offen für alles andere zu sein.
WOHH-ONLINE: Wie wichtig ist der Gesang für dich beim Beatboxen?
Alberto: Mir ist der Gesang sehr wichtig! Wenn man als Beatboxer auch eine sanfte Stimme hat und die in seine Beats einbaut, kommt es vieler smoover an, als nur das krasses Beatboxen. Damit allein kommt man nicht weit. Flexibilität ist alles. Auch macht der Gesang bei meine Style sehr viel aus.
WOHH-ONLINE: Planst du für die Zukunft Projekte/Zusammenarbeiten, was du uns nicht vorenthalten möchtest? Kann man in Zukunft auf eigene Produktionen von dir hoffen?
Alberto: Ein paar heiße Dinge: Auf jeden Fall Klingeltöne, da werd ich eh dauernd nach gefragt, dann noch einige TV-Auftritte, usw.. Natürlich auch immer wieder Liveauftritte in ganz Deutschland. Ich versuche das Beste rauszuholen. Mir ist aber die Schule und Ausbildung auch sehr wichtig, das ist etwas, worauf ich mich verlassen kann, wenn das mit dem Beatboxen irgendwann nicht mehr so gut läuft. Wer kann das schon voraussehen... Checkt einfach mal www.alberto.tv